Die Pflanzzeit im Mai erreicht ihren Höhepunkt, und in unzähligen Gewächshäusern träumt man von saftigen, selbst gezogenen Tomaten. Doch der Anbau dieser empfindlichen Pflanzen ist anspruchsvoll.
Eine einzige falsche Routine während der Sommerhitze kann die gesamte Ernte vernichten: falsches Gießen. Viele Hobbygärtner schleppen Gießkannen und bewässern ihre Setzlinge traditionell von der Erdoberfläche aus.
Gartenexperten und erfahrene Gemüsebauern warnen jedoch eindringlich vor dieser Methode. Oberflächenbewässerung macht Pflanzen träge und setzt sie tödlichen Pilzinfektionen aus. In sozialen Netzwerken verbreitet sich derzeit ein genialer, völlig kostenloser Selbstbau-Trick. Wenn Sie leere Plastikflaschen beim Pflanzen neben den Tomatenwurzeln vergraben, schaffen Sie ein professionelles Tiefbewässerungssystem, das Ihren Ertrag vervielfacht.
Der größte Fehler: Oberflächengießen und nasse Blätter
Falls Sie sich jemals gefragt haben, warum die unteren Blätter Ihrer Tomaten im Hochsommer gelb werden, sich einrollen oder bräunliche Flecken zeigen, liegt die Ursache höchstwahrscheinlich in Ihrer Gießtechnik.
Die goldene Regel von Gartenverbänden und Profigärtnern lautet: Tomatenblätter hassen Wasser. Wenn Sie von der Erdoberfläche gießen, spritzt Wasser häufig auf die unteren Blätter, was in der feuchten Wärme des Gewächshauses perfekte Bedingungen für verschiedene Pilz- und Schimmelkrankheiten schafft, einschließlich der gefürchteten Kraut- und Braunfäule.
Zudem macht Oberflächenbewässerung das Wurzelsystem faul. Wenn Wasser stets direkt an der Erdoberfläche verfügbar ist, breiten sich die Tomatenwurzeln nur als flaches, dünnes Geflecht aus. Wenn die Hitzewelle im Juli zuschlägt und die Erdoberfläche in der Gluthitze steinhart austrocknet, findet das oberflächliche Wurzelsystem kein Wasser mehr, und die Pflanze welkt innerhalb kürzester Zeit.
Kostenlose Rettung: Die Flaschen-Bewässerung
Wie bringen Sie Wasser direkt dorthin, wo es gebraucht wird – tief in den Boden – ohne Blätter und Oberflächenerde zu befeuchten? Profis verwenden teure Tropfbewässerungssysteme, aber Sie können dasselbe völlig kostenlos mit pfandfreien Plastikflaschen erreichen.
Diese geniale Erfindung erfordert lediglich leere Flaschen mit einem Volumen von anderthalb oder fünf Litern, beispielsweise Saftflaschen oder Scheibenwaschmittelkanister, die gründlich gereinigt wurden.
So installieren Sie die Tiefbewässerung in drei Schritten (beim Pflanzen durchführen):
- Boden entfernen: Nehmen Sie eine leere Plastikflasche und schneiden Sie mit einer Schere oder einem Messer den Boden komplett ab. Entfernen Sie auch den Flaschenverschluss und entsorgen Sie ihn.
- Graben: Wenn Sie einen jungen Tomatensetzling oder eine Gurke im Gewächshausbeet einpflanzen, graben Sie neben dem Setzling – etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter vom Stängel entfernt – ein Loch, das etwas tiefer als der Setzling ist.
- Vergraben: Drücken Sie die Flasche kopfüber in das Loch, sodass die offene Flaschenöffnung tief in der Erde steckt. Lassen Sie nur den abgeschnittenen, offenen Bodenteil etwa zwei Zentimeter über der Erdoberfläche herausragen. Verdichten Sie die Erde um Flasche und Setzling fest.
Warum dieser Trick die Wurzeln verdreifacht
Im Hochsommer müssen Sie kein Wasser mehr auf die Erdoberfläche spritzen. Sie gießen einfach Wasser aus der Gießkanne direkt in die offene Flasche, gerne zusammen mit speziellem Tomatendünger.
Wasser und Nährstoffe fließen langsam durch den Flaschenhals tief ins Erdreich, genau auf die Ebene der untersten Wurzeln des Setzlings.
Die Physik dahinter ist verblüffend: Da sich das Wasser immer in der Tiefe befindet, muss das Tomatenwurzelsystem richtig arbeiten, um es zu finden. Die Wurzeln strecken sich bis zu dreimal länger und wachsen tief in den Boden. Ein tiefes Wurzelsystem macht die Pflanze unglaublich widerstandsfähig und hitzeresistent.
Außerdem bleiben Erdoberfläche und Gewächshausluft trockener, was Schimmelbildung nahezu vollständig verhindert. Eine große Flasche fungiert gleichzeitig als Wasserspeicher, aus dem den ganzen Tag über langsam Feuchtigkeit in die Erde sickert, sodass Sie nicht jeden Morgen gießen müssen.
Dieser Trick funktioniert hervorragend auch bei Freilandgurken, Zucchini und sogar großen Balkonkübelpflanzen!
Haben Sie Ihre Tomaten bisher immer direkt von der Erdoberfläche gegossen und sich mit schimmelnden Blättern herumgeärgert? Schneiden Sie dieses Wochenende die Böden leerer Flaschen ab und testen Sie die professionelle Tiefbewässerung! Teilen Sie diesen völlig kostenlosen, ertragssteigernden Gartentrick mit Freunden und Nachbarn, die von prächtigen Tomaten träumen!



